Feuerwehrgerätehaus
Göhl


Schulgarten 1
23758 Göhl
04361-8155
 Letzter Einsatz


(3) sonstige Hilfeleistung (18:29, 09.02.2012)

Göhl - Durch starken Schneefall mit vereinzelten Schneeverwehungen ist ein PKW in einen Graben gerutscht. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Göhl haben das Fahrzeug geborgen.

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 Flüssiggas



Die Verwendung von Flüssiggas im täglichen Leben hat in den vergangenen Jahren
beachtlich zugenommen. Die Gründe hierfür liegen im hohen Energiegehalt des verflüssigten
Gases, in der vielseitigen Nutzung als Brenn- und Treibstoff, an den schadstoffarmen
Verbrennungsprodukten sowie in der problemlosen Anwendung.
Flüssiggas wird insbesondere in Bereichen eingesetzt, in denen leitungsgebundene
Energieträger nicht verfügbar oder nicht wirtschaftlich sind oder die Versorgung nur
vorübergehend erfolgen soll.
Transport und Nutzung von Flüssiggas sind normalerweise sicher zu beherrschen. Kommt
es jedoch zu Leckagen oder zum Zerknallen von Flüssiggasbehältern infolge von
Erwärmung, führt dies je nach Gasmenge bei vorhandener Zündquelle zu Explosionen mit
erheblicher Tragweite.
 

Flüssiggas

Flüssiggas besteht aus niedrigsiedenden Kohlenwasserstoffen, hauptsächlich Propan und
Butan sowie deren Gemischen.
Flüssiggas ist unter normalen atmosphärischen Bedingungen gasförmig, verflüssigt sich
jedoch schon bei Raumtemperatur unter relativ geringem Druck. Dieser Besonderheit
verdankt Flüssiggas seinen Namen. Da Flüssiggas im flüssigen Zustand nur ein Volumen
von ca. 1/260 seines Gasvolumens beansprucht, lassen sich große Gas- und damit
Energiemengen leicht umfüllen, transportieren und lagern.


Zur Veranschaulichung der Energiemengen:
• 1 kg Flüssiggas entspricht 2 Liter Flüssigphase,
• 2 Liter Flüssigphase ergeben 500 Liter Gasphase,
• 500 Liter Gasphase ergeben 10000 Liter zündfähiges Gas-Luft-Gemisch mit einer
Konzentration von 5 Vol.-% Flüssiggas
Der Explosionsbereich von Flüssiggas liegt bei ca. 1,5 - 10 Vol.-%, das heißt, 1 kg
Flüssiggas ergibt ca. 10 m3 explosionsfähige Atmosphäre.

Lagerung von Flüssiggas


Flüssiggas wird in unterschiedlichen Gebinden und Behältern, vom Feuerzeug bis zum
Kugelbehälter gelagert.
Flaschenlagerung und Verbrauchsstellen
Flüssiggas für Kleinverbraucher wird in Stahlflaschen unterschiedlicher Größe gelagert und
ist in dieser Form anzutreffen:
• in Baubuden
• an Marktständen
• in Campingwagen
• in Gartenhäusern
• in Werkstätten
• als Energielieferant für Zusatzheizungen in LKW oder Kleinbussen (z.B. Polizei)
• verbotenerweise auch in Kellerräumen, Dachgeschossen oder Fluren

Flüssiggasbehälter


Flüssiggasbehälter sind ortsfeste Behälter zum Lagern von Flüssiggas.
Man unterscheidet oberirdische, erdgedeckte und halb oberirdische Flüssiggasbehälter.
• Befüllung am Aufstellungsort durch Straßentankwagen
• im privaten Bereich zur Speisung häuslicher Verbrauchsanlagen
Die gängigsten Größen sind Behälter mit Rauminhalten von:
• 2,70 m3 (Füllmenge 1000 kg)
• 4,85 m3 (Füllmenge 2100 kg)
• 6,40 m3 (Füllmenge 2900 kg)
Zur Erinnerung: 1 kg Flüssiggas ergibt 10 m3 explosionsfähiges Gemisch.
In Mineralölraffinerien, der Petrochemie und der chemischen Industrie wird Flüssiggas
überwiegend in ortsfesten Kugelbehältern mit Volumen von ca. 800 bis 1500 m3 gelagert.
Flüssiggasversorgungsunternehmen verwenden in der Regel zylindrische Behälter bis zu
4000 m3.

Transport von Flüssiggas


Straßentransport
Bei den Straßentankwagen unterscheidet man im wesentlichen zwischen:
• Tankwagen mit einem Fassungsvermögen bis 11 t
Der so genannte Kleintankwagen wird in der Regel von
Flüssiggasversorgungsunternehmen oder deren Liefergesellschaften eingesetzt.
• Sattelauflieger mit einem Fassungsvermögen bis 22 t
Der sog. Großtankwagen wird fast ausschließlich für den Transport ab Raffinerie
eingesetzt.
Mit der Flüssiggasmenge eines Großtankwagens könnte man vier Fußballfelder mit
einer 10 m hohen explosionsfähigen Atmosphäre bedecken!
Schienentransport
Eisenbahnkesselwagen für den Transport von Flüssiggas haben ein Fassungsvermögen von
60 bis 110 m3
Leitungen
Rohrleitungs- und Pipelineanlagen dienen in der Regel dem innerbetrieblichen Transport von
Flüssiggas zwischen Herstellungsort und Lagerbehälter sowie zwischen Lagerbehälter und
Verbraucher.
Kennzeichnung von Transporten
Fahrzeuge für den Straßen- und Schienentransport sind mit den Gefahrzetteln „3“ (rot mit
Flammensymbol) und mit Warntafeln gekennzeichnet.
Gefahrnummer: 23
UN-Nummern: 1011 Butan
1965 Kohlenwasserstoffgas, Gemisch, verflüssigt
1978 Propan
Eisenbahnkesselwagen tragen zusätzlich einen orangeroten umlaufenden Ring.
Binnenschiffe müssen ab einer Transportmenge von 3000 kg tagsüber einen blauen Kegel
und nachts ein blaues Licht führen.

Gefahren durch Flüssiggas an der Einsatzstelle


Leckagen ohne Brandeinwirkung:
Durch Leckagen bei Lagerung oder Transport kann Flüssiggas flüssig oder gasförmig
austreten.


Austritt in der Flüssigphase:
• Bildung von siedenden Flüssiggaslachen in Vertiefungen und Mulden
• starke Abkühlung (bis -60 °C) von austretendem Flüssiggas, dadurch Erfrierungsgefahr!
• rasches Verdampfen von austretendem Flüssiggas, dadurch Bildung einer großen Menge
Gas-Luft-Gemisch
• die Flüssigkeit schwimmt auf Wasser, ist jedoch praktisch wasserunlöslich
• eine wassergefährdende Wirkung ist nicht bekannt


Austritt in der Gasphase:
• Propan-Butan-Gemische sind schwerer als Luft, dadurch Ausbreitung am Boden in
Gefällerichtung und Ansammlung an tiefer gelegenen Stellen
• deshalb auch an weit entfernten Stellen Zündung möglich
• erstickende Wirkung
• unbedenkliche narkotische Wirkung bei kurzzeitigem Einatmen
• durch Odorierung wahrnehmbarer Geruch bei Flüssiggas, das als Brenngas für Haushalt,
Gewerbe und Industrie verwendet wird


Leckagen mit brennendem Flüssiggas
• Bei Zündung von austretendem Flüssiggas Stichflammenbildung von beträchtlicher Länge
• Gefahr eines Druckbehälterzerknalls ist jedoch geringer als bei einem unbeschädigten
Behälter. Bei Druckanstieg vergrößert sich in der Regel das Leck, was zu einer
Druckentlastung führt.
• Lage der Leckage von entscheidender Bedeutung
• In der Flüssigphase wesentlich höhere Ausströmrate als in der Gasphase
• Bei Austritt in der Flüssigphase stärkere Eigenaufheizung des Behälters


Brandeinwirkung auf Flüssiggasbehälter
Starke Gefährdung durch Brandeinwirkung auf
• Druckgasflaschen
• oberirdische Flüssiggasbehälter
• Flüssiggastransportfahrzeuge
Wärmezufuhr führt zu einem Temperaturanstieg der Behälterwandung.
Im Bereich der Gasphase erwärmt sich die Wandung, was zu einem Festigkeitsverlust führt.
Im Bereich der Flüssigphase wird die Wandung von der Flüssigkeit gekühlt - dadurch
erwärmt sich die Flüssigkeit, der Druck im Behälter steigt an.
Es kommt zum Ansprechen des Sicherheitsventils.
Wird ausströmendes Gas nicht sofort durch den Umgebungsbrand entzündet, entsteht im
Bereich des Tanks bei ungenügender Belüftung ein explosives Gas-Luft-Gemisch.
Wird der Behälter zu diesem Zeitpunkt nicht ausreichend gekühlt, kommt es durch die oben
beschriebenen Vorgänge nach wenigen Minuten zum Zerplatzen des Behälters.

Ein BLEVE entsteht, wenn beim Zerplatzen des Behälters die siedende Flüssigphase
schlagartig in die Gasphase überführt wird und explosionsartig verbrennt.
B = Boiling - siedend, kochend
L = Liquid - flüssig, Flüssigkeit
E = Expanding - freiwerdend, sich ausdehnend
V = Vapour - Dampf-/Gasphase
E = Explosion - Explosion
So wurde beim Bersten eines mit 1300 kg Propan gefüllten Flüssiggastanks ein 80 m hoher
und 50 m breiter Feuerball beobachtet. Trümmer flogen bis zu 500 m weit.
Die im Nahbereich eines BLEVE auftretenden Gefahren sind durch die Feuerwehr nicht
beherrschbar.

Sicherheitsabstand und Gefahrenbereich
Sicherheitsabstand
Der Sicherheitsabstand ist abhängig vom Ausdehnungsbereich eines möglichen Feuerballs,
somit von der Behältergröße und der gelagerten Flüssiggasmenge.
Unterschreiten der Sicherheitsabstände
• ggf. zum Instellungbringen von Löschgeräten
• hierbei Wärmeschutzkleidung tragen
Gefahrenbereiche
Primärer Gefahrenbereich
• kreisförmiges Gebiet um die Unglücksstelle herum, das in kürzester Zeit geräumt werden
kann
Sekundärer Gefahrenbereich
• kreisförmiges Gebiet um die Unglücksstelle herum, dessen Räumung von Unbeteiligten
nach der Räumung des primären Gefahrenbereichs erforderlich ist
• grundsätzlich außerhalb des Bereiches mit zündfähigen Gas-Luft-Gemischen festzulegen,
Messungen durchführen

Maßnahmen zur Gefahrenabwehr


Leckagen ohne Brandeinwirkung
Gefährdung abhängig von:
• Umgebungstemperatur
• Windverhältnissen
• Größe des Lecks


Es muss mit größeren Mengen eines zündfähigen Gas-Luft-Gemisches gerechnet werden.
Maßnahmen:
• Anfahrt mit der Windrichtung
• Anfahrt mit 75 m Abstandswahrung, 30 m bei Gasflaschen oder Autotanks
• Behältergröße feststellen
• Gefahrenbereich festlegen
• Verletzte retten
• primären Gefahrenbereich absperren (Polizei)
• Warnen der Bevölkerung im primären Gefahrenbereich
• Räumung des primären Gefahrenbereiches quer zur Windrichtung
• Beseitigung bzw. Vermeidung von Zündquellen, Schließen von Türen und Fenstern sowie
Abschalten von Lüftungs- und Klimaanlagen
• Messungen in den Gefahrenbereichen mit Explosionswarngeräten
• leistungsfähige Wasserversorgung aufbauen, zuerst Kühlung sicherstellen, Gaswolke mit
Sprühstrahl niederschlagen
• Pulverlöschgeräte bereitstellen
• sekundären Gefahrenbereich absperren (Polizei)
• Warnen der Bevölkerung im sekundären Gefahrenbereich
• Ventile schließen, Leitungen abschiebern, Fachpersonal hinzuziehen
• Öffnungen zu tiefer liegenden Räumen, Schächten oder Kanälen abdichten
• Leckstelle eingehend erkunden (Wärmeschutzkleidung)
• Leckstelle abdichten (Wärmeschutzkleidung)

 Mit freundlichen Grüßen

   FF-Göhl

 

 

Diese Seite wurde zuletzt geändert am 14.02.2010 durch: Kilian Tabbert
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